Das Muster der Liebe

Blaue Augen, selbstbewusst, kreativ: Viele wissen genau, was ihr Typ ist. Doch woher stammen unsere Vorlieben – und was, wenn sie uns nicht guttun?

Im September 2008 fiel in Deutschland der Startschuss zu einer aufwendigen Langzeitstudie. Die mehr als 12000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden; sie stammten aus sämtlichen Ecken Deutschlands. Jahr für Jahr beantworten sie seitdem einen umfangreichen Fragenkatalog, unter anderem zu ihrer Persönlichkeit. Außerdem geben sie an, ob sie gerade liiert sind. Ihre Partnerin oder ihr Partner wird dann gegebenenfalls gebeten, ebenfalls einen Persönlichkeits-Fragebogen auszufüllen.

Eigentliches Ziel der Studie ist, genauer zu verstehen, wie sich Paarbeziehungen über verschiedene Lebensphasen hinweg entwickeln. Die Sozialpsychologin Yoobin Park von der University of California hat die Daten jedoch zu einem anderen Zweck genutzt: Sie wollte wissen, ob wir uns bei der Partnerwahl immer wieder von denselben Eigenschaften angezogen fühlen. Ob es also so etwas wie einen spezifischen Typ gibt, auf den wir stehen: etwa den sensiblen Künstler, die organisierte Macherin oder den zielstrebigen Sportler, auf die wir uns immer wieder einlassen? Wenn dem so wäre, müssten sich in der Reihe unserer Liebschaften Gemeinsamkeiten feststellen lassen. Und dem scheint tatsächlich so zu sein, wie ihre Untersuchung aus dem Jahr 2019 belegt.

Darin hatte sich die Wissenschaftlerin, die damals an der University of Toronto arbeitete, die Befunde aus Deutschland genauer angeschaut. Viele Teilnehmende waren im Laufe der Jahre mehrere Beziehungen eingegangen. Die Sozialpsychologin untersuchte, wie sehr sich die Persönlichkeitsprofile der Lebensgefährtinnen und -gefährten glichen. Tatsächlich stieß sie bei der Analyse der Fragebögen auf deutliche Übereinstimmungen: Verflossene und aktuelle Partner hatten demnach ein vergleichbares Naturell. So trafen sich Personen, deren Ex kontaktfreudig und freundlich war, aber ständig zu spät kam, nach Bruch der Beziehung tendenziell wieder mit jemandem, der diese Eigenschaften hatte. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir bei der Partnerwahl relativ stabile Vorlieben für bestimmte Wesenszüge haben“, fasst Park zusammen.

(weiter lesen in: Psychologie heute 8/2025)

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