Und: Streiten nur wir so viel? Warum Zweifel an der Liebe normal sind und wie wir Klarheit gewinnen.
Seit neun Jahren sind Céline und Jesse nun ein Paar. Sie sind sich immer noch nahe, doch unter der Oberfläche brodeln Probleme: die Angst, für den anderen nicht mehr attraktiv zu sein; das Gefühl, dass die Aufgaben ungerecht verteilt sind; die Sorge, sich in den Zwängen des Alltags aufzureiben und sich dabei voneinander zu entfernen.
Eine gemeinsame Liebesnacht in einem romantischen Hotel soll Abhilfe schaffen. Stattdessen kommt es zum Eklat. „Was machen wir hier überhaupt? Das ist mir alles viel zu durchgeplant“, sagt Céline. „Ja, es gibt keinen Raum für Spontaneität mehr, die ist vollkommen aus unserem Leben verschwunden. Und das ist beknackt und kann nicht funktionieren.“ Und sie dann später: „Weißt du, was hier abläuft? Es ist ganz einfach – ich glaube nicht, dass ich dich noch liebe.“
Der US-Regisseur Richard Linklater hat mit der Kamera einen Tag im Leben zweier Menschen festgehalten, zwischen denen die Zweifel wachsen: Reicht das, was wir füreinander empfinden, um weiter zusammenzuleben, trotz mancher Verletzungen und Enttäuschungen? Ist unsere Beziehung die Opfer wert, die wir für sie bringen müssen? Als sein Film Before Midnight 2013 in die Kinosäle kam, wurde er von der Kritik als Meisterwerk gefeiert. Einerseits wegen der hervorragenden Schauspielleistungen von Julie Delpy und Ethan Hawke. Andererseits aber auch, weil seine Botschaft einen Nerv trifft: Zusammenzukommen ist einfach. Zusammenzubleiben ist schwer.
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